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Kurzzusammenfassung Vegetativum

Dank der vegetativen Automatik können wir uns anderen Sachen zuwenden, anstatt krampfhaft daran zu denken, Darmperistaltik z. B. zu haben oder die Hautfeuchte der Raumtemperatur anzupassen, indem wir schwitzen oder frösteln. Das Vegetativum kann aber auch wie eine kaputte Automatik in einer Stellung festhängen und sozusagen defekt sein. Diese Blockierung bezeichnen wir medizinisch dann als vegetative Fehlsteuerung oder Dystonie.

Sie ist nicht direkt mit bekannten Medizingeräten messbar, sondern kann vom Patienten erfragt werden, etwa im Sinne einer gestörten Verdauung, Sexualität, Schlaf, fehlender Entspannungsfähigkeit oder übergrosser Mattigkeit. Wegen der engen Verkoppelung von Gefühlen zum Vegetativum rufen Gefühlsstörungen vegetative Dystonien hervor, etwa im Sinne von Herzrythmusstörungen. Der Rückschluss von der vegetativen Störung auf die zugrundeliegende Gefühlsstörung gehört gewissermassen zur Grundausrüstung der Psychosomatik ("Herzjagen bedeutet Angst"). Tatsache, dass vegetative Dystonien prinzipiell bedeuten, dass der Betreffende sich schlecht und unwohl fühlt - ganz unabhängig von irgendeiner Organzuordnung.

Er reagiert sozusagen erst einmal als Ganzes ("...fühle mich ständig so mies und blöd") und muss nicht zur Symbolsprache vordringen (= Organsprache). Zuerst einmal reagiert das Vegetativum als ein Ganzes! Je länger der Betreffende in diesem Zustand oder vegetativer Schieflage bleibt, umso normaler und erträglicher! wird für ihn dieser Zustand. Hat man beispielsweise einen Patienten vor sich, der kurzfristig durch einen Migräneanfall oder einen Ehestreit in einer für ihn ungewohnten extremen vegetativen Dystonie drinhängt, wird dieser Patient sich hundeelend und miserabel fühlen.

Wäre er ständig in diesem Zustand, würde er auf die Frage nach seinem Befinden wahrscheinlich mit: "...so wie immer" antworten. Man muß also bei der Frage nach dem Befinden die Gewöhnung einkalkulieren und gezielt nach vegetativen Beschwerden fahnden. Je extremer diese vegetative Schieflage ist, umso schwieriger wird jedoch die Gewöhnung daran. Bei schweren Verhaltensauffälligkeiten etwa sieht man fast immer extreme vegetative Ungleichgewichte!"


 

 

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